Die Natur selbst bietet uns die beste Orientierungshilfe im Umgang mit komplexen Systemen, stellt sie doch selbst das komplexeste aller Systeme dar. Sie zeigt uns Ansätze und Lösungswege wie sie selbst mit ihrer Komplexität umgeht und diese beherrscht. Die Kooperation mit der Natur wird sich letztlich immer rechnen und trägt sogar dazu bei, Kosten zu sparen. Dies haben wir erkannt und "die acht Grundregeln der Biokybernetik" in unsere Unternehmenspolitik aufgenommen und verstehen sie als Checkliste für eine erste, natürlich noch grobe "Systemverträglichkeitsprüfung".

  Grundregel
Bedeutung für die Systemdynamik
1. Negative Rückkopplung muss über positive Rückkkopplung dominieren.
Positive Rückkoplung bringt die Dinge durch Selbstverstärkung zum Laufen. Negative Rückkoplung sorgt dann für Stabilitätät gegen Störungen und Grenzwertüberschreitungen.
2. Die Funktion des Systems muß unabhängig vom Wachstum sein.
Der Durchfluss an Energie und Materie ist langfristig konstant. Das verringert den Einfluss von Irreversibilitäten und das unkontrollierte Überschreiten von Grenzwerten.
3. Das System muß funktionsorientiert und nicht produktorientiert sein.
Eine entsprechende Austauschbarkeit erhöht Flexibilität und Anpassung. Das System überlebt auch bei veränderten Angeboten. Die Anforderungen an Produkte ändern sich oft rasch, Funktionen aber bleiben lange erhalten.
4. Nutzung vorhandener Kräfte nach dem Jiu-Jitsu-Prinzip statt Bekämpfung nach der Boxer-Methode.
Fremdenergie wird genutzt (Energiekaskaden, Energieketten), während eigene Energie vorwiegend als Steuerenergie dient. Die Nutzung vorhandener Kräfte profitiert von vorliegenden Konstellationen und fördert die Selbstregulation.
5. Mehrfachnutzung von Produkten, Funktionen und Organisationsstrukturen.
Mehrfachnutzung reduziert den Durchsatz, erhöht den Vernetzungsgrad und verringert den Energie-, Material und Informationsaufwand. Vorgänge und Verfahren sollten nicht isoliert eingesetzt werden, sonder gemeinsam mit anderen ein multifunktionales System bilden.
6. Recycling: Nutzung von Kreisprozessen zur Abfall- und Abwasserverwertung.
Ausgangs- und Endprodukte verschmelzen. Materielle Flüsse laufen gleichförmig. Irreversibilitäten und Abhängigkeiten werden gemildert. Natürliche Systeme kennen keine Abfälle - es herrscht ein ständiger Kreislauf.
7. Symbiose: Gegenseitige Nutzung von Verschiedenartigkeit durch Kopplung und Austausch.
Symbiose begünstigt kleine Abläufe und kurze Transportwege. Sie verringert Energieverbrauch, Durchsatz und externe Dependenz, erhöht statt dessen interne Dependenz. Die Symbiose ist die Grundlage aller lebenden Systeme und äußert sich in unterschiedlichsten Erscheinungsformen.
8. Biologisches Design von Produkten, Verfahren und Organisationsformen durch Feedback-Planung. Biologisches Design berücksichtigt endogene und exogene Rhythmen, nutzt Resonanz und funktionelle Passformen, harmonisiert die Systemdynamik und ermöglicht organische Integration neuer Elemente nach den acht Grundregeln. Jedes Produkt sollte mit der Biologie des Menschen und der Natur vereinbar sein.
 
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